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  • Anita Krenn

Der Winter ist vorbei

Aktualisiert: 9. Juni 2019




Die Befreiung

Alles begann oder aber auch – fand ein Ende - 2016 bei einem Seminar in Linz. Es ging um Heilung und Befreiung.

Ich war seit meiner Kindheit immer wieder mit Tod konfrontiert und machte mir auch ständig darüber Gedanken, wie es wäre, wenn ich heute sterben würde. Ich konnte mir keine Zukunft als erwachsene Frau vorstellen und hatte irgendwie keine Hoffnung, dass ich einmal glücklich sein könnte. Die Träume die viele Mädchen haben, zum Beispiel von einem Prinz und ihrer Hochzeit mit ihm, oder das Spielen mit einer Babypuppe als Mutter war für mich irgendwie nicht relevant.

Das machte sich in meinem weiteren Leben immer wieder bemerkbar. Die Gedanken rund um den Tod begleiteten mich bis zu diesem Tag an Ostern im März 2016.

Es war mir schon bewusst, dass es nicht gut sein konnte, dass ich dem Thema rund ums Sterben oder Ängsten betreffend Krankheit oder Tod, so viel Raum gab. Nur wusste ich auch nicht, wie ich die Sache lösen konnte.

Aber dann saß ich bei diesem Seminar... direkt am Osterwochenende, der Stoff war durch, es war gegen Ende einer Session. Da setzte sich die Verantwortliche des Seminares zu mir, legte mir die Hand auf den Kopf und betete für mich.

Sie sprach direkt zu diesem Geist des Todes und befahl ihn mich zu verlassen.

Anfangs tat sich noch nicht viel, außer, dass ein paar Tränen über meine Wangen liefen. Ich war überrascht und gleichzeitig so tief getroffen, dass Gott das endlich aufdeckte und der Fürbitterin so klar aufzeigte.

Und diese war unnachgiebig... sie sprach immer wieder aus „Geh, geh... lass sie los“ sie gab einfach nicht auf. Und das war auch gut so. Plötzlich spürte ich in meinem Inneren einen Kampf. Tiefe Seufzer aber auch ein leidendes Wimmern und noch mehr Traurigkeit stiegen in mir auf und ich spürte wie sie meinen Körper verließen. Ich weiß nicht mehr, wie lange diese Situation andauerte, aber dieser seelische Schmerz und diese quälenden Geister drängten sich einer nach dem Anderen aus mir heraus. Die Geräusche die ich von mir gab, werde ich nie vergessen. Es klang wie ein verletztes Tier, das um sein Leben kämpft.

Langsam spürte ich wieder die Umgebung und die warme Hand auf meinem Kopf. Die tröstenden Worte der Frau waren wie ein Balsam, der die noch klaffende Wunde beruhigte.

Als ich meine Augen öffnete sah ich in ihr freundliches Gesicht. Sie schaute mir tief die Augen und sprach mir zu: „der Winter ist vorüber, die Regenzeit ist vorbei und vergangen. Die Blumen beginnen zu blühen, die Zeit des Singens ist gekommen.“

Es war ein so erleichternder Moment so voller Wärme und neuer Hoffnung.

Ich wusste, ab jetzt würde sich etwas ändern in meinem Leben – etwas Grundlegendes, etwas Neues würde kommen, und mein Leben wäre nicht mehr nur ein Dahinsiechen sondern ein Leben wie Jesus es uns versprochen hatte – ein Leben in Fülle, überfließend und voller Hoffnung.


Die Bestätigung

Ab diesem Moment spürte ich regelrecht das Leben in mir aufblühen. Ich hatte wieder mehr Freude. Ich konnte das Leben wirklich genießen. Und die ständig kreisenden Gedanken über Krankheit und Tod wurden immer seltenere Besucher in meinem Kopf.

Ich muss auch dazu sagen, dass ich aktiv dagegen vorging, wenn sich solche Gedanken einschleichen wollten. So hatte ich es ja auch gelernt. Durch ein sehr gutes Buch aber natürlich auch das Befreiungs-Seminar. Ich widerstand dem Feind und merkte, dass er dadurch immer weniger Zugang fand in meine Gedankenwelt.

Ca. ein Jahr später fuhr ich mit meiner Schwester zu einem Schriftsteller-Workshop nach Deutschland. Am letzten Tag dieses wirklich, bereichernden Wochenendes, betete der Seminarleiter mit seiner Frau noch für die Teilnehmer. Ich bekam ein prophetisches Wort zugesprochen und eine Bibelstelle für mein persönliches Leben. Es war wieder das Hohelied 2,11: „„Der Winter ist vorüber, die Regenzeit ist vorbei und vergangen. Die Blumen beginnen zu blühen, die Zeit des Singens ist gekommen.“

Es war sehr ermutigend, dieses Wort wieder zu hören! Doch zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, inwiefern es meine weitere Zukunft bestimmen würde.


Die Auswirkungen – das neue Leben

Es war im August 2017 als ich gerade begann die 10-Jahresfeier unserer Ehe zu organisieren. Da wir bei unserer Eheschließung direkt nach der kleinen Trauung in die Flitterwochen flogen, hatten wir keine große Feier und hatten auch nicht sehr viele Menschen dazu eingeladen. Das wollten wir nachholen. Und wir hatten zu Beginn unserer Ehe vereinbart alle 10 Jahre unser Eheversprechen zu erneuern.

Gesagt getan. Die Feier sollte im April 2018 stattfinden mit ca. 100 Personen und ich wusste, es kam einiges auf uns zu.

Doch so weit kam es gar nicht.

Ich muss an dieser Stelle etwas ausholen um ein paar Dinge klarzustellen.

Nein, wir hatten in 10 Jahren Ehe noch keine Kinder. 2008 als wir heirateten machte ich mich gerade als Sängerin selbstständig und dachte, es wäre zu dieser Zeit gänzlich unpraktisch ein Kind zu bekommen. Alles war im Aufbau, kurz darauf brach wieder alles zusammen durch die Trennung mit meiner Geschäftspartnerin und mir. Dann folgte ein fulminanter Neustart und Erfolg der solange anhielt, bis ich einen nervlichen und körperlichen Zusammenbruch hatte, weil mir der Druck und Stress einfach zu viel wurde. Danach folgten über drei Jahre Auszeit wo ich mich wieder auf meine wahre Identität besinnen durfte und neue Kraft schöpfen konnte.

In all den Jahren bis zu dieser „Aufwach-Zeit“ waren Kinder für mich kein Thema. Ich war so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich mir nicht vorstellen konnte noch zusätzlich für ein Kind da zu sein. Noch dazu, wie schon anfänglich beschrieben, hatte ich bezugnehmend auf Kinder zu dieser Zeit überhaupt keine Wünsche oder Vorstellungen.

Natürlich macht sich jede Frau einmal darüber Gedanken, wie es wäre ein Kind zu haben, aber für mich ungeheilte Seele wirkten Kinder (besonders beim Beobachten von Freunden und Verwandten) eher immer eine Belastung als ein Segen. Und Belastungen hatte ich damals schon genug, darum schob ich dieses Thema jahrelang vor mir her.

Ich merkte immer wieder, dass ich schon irgendwann einmal ein Kind haben möchte. Beziehungsweise konnte ich es mir nicht vorstellen keines zu haben, aber durch meine Einstellung und meine Hoffnungslosigkeit über meine Zukunft, waren das immer nur weit entfernte Aussichten die eben kamen und wieder gingen.

Mein Mann und ich haben dadurch auch die ersten Jahre unserer Ehe verhütet bis kurz nach meiner Auszeit 2012. In dieser wertvollen, heilenden Zeit merkte ich aber, dass sich bezüglich meiner Einstellung etwas änderte und wir entschlossen uns das Ruder aus der Hand zu legen und auf Gott zu vertrauen, ob er uns Kinder schenken würde und wann der beste Zeitpunkt dafür wäre.

In den ersten Jahren hatte ich schon immer wieder ein mulmiges Gefühl, da ich mich noch immer nicht wirklich mit den Gedanken anfreunden konnte, ein Kind zu haben.

Aber da nichts passierte, wurde ich entspannter und stürzte mich wieder in neue berufliche Abenteuer.

Es verging Jahr um Jahr und das Thema Kinder rutschte total in den Hintergrund. Erst nach ca. drei vier Jahren kämpfte ich mit den Gedanken, dass wir vielleicht gar keine Kinder bekommen konnten. Da begann der Wunsch in mir zu wachsen, dass ich auf jeden Fall ein Kind haben wollte. Jeden Monat kurz vor meiner Periode hoffte ich, dass es diesmal so weit sein könnte und war dann tief enttäuscht, als die Periode einsetzte.

Dieses Spiel wiederholte sich fast jeden Monat über Jahre hinweg. Und wenn sie sich selten aber doch um einige Tage verzögerte, wurde es noch schlimmer, wenn sie dann doch eintraf. Und die Enttäuschung und der Schmerz umso größer.

Ich ließ mich auch untersuchen, ob ich irgendetwas tun könnte, aber die Ärztin meinte nur, dass mein Hormonhaushalt einfach schon etwas verlangsamt wäre und der Eisprung nicht stattfindet, wann er stattfinden sollte.

Sie verordnete mir weniger Stress und eine Hormonsalbe die unterstützend wirken sollte. Nach ein paar Wochen hatte ich aber den Eindruck, dass ich ja jetzt wieder auf eigene Faust kämpfen würde und nicht auf Gott vertraue und setzte die Salbe, an die ich sowie so nicht glaubte, wieder ab.

Meine Hoffnung schwand. Irgendwann kam dann für mich die traurige Erkenntnis, dass das wohl nichts mehr werden würde.

Doch ich konnte mit dem Schmerz nicht richtig umgehen. Die Selbstverdammnis riss mich mit und der Feind hatte freies Feld um mir zu verinnerlichen: „Selber schuld, nur weil du glaubst, jetzt passt dir ein Kind vielleicht gut in den Plan, kannst du eines bestellen. Vergiss es! Zu spät.“ Und ich glaubte diese Lüge.

In dieser Zeit bekam ich auch von einer guten Freundin eine Windel als „prophetisches Zeichen“ geschenkt. Ich muss sagen, eine Zeit lang lag die Windel sichtbar in unserem Schlafzimmer, aber nach einiger Zeit, wenn der Kummer wieder größer wurde und die Monate vergingen, wanderte die Windel in meinen Kasten, je mehr Zeit verging, desto weiter nach hinten rückte sie.

Auch beteten bei verschiedenen Anlässen Prediger oder Bekannte und Freude für uns für Nachwuchs, aber es schnürte mir jedes Mal den Hals zu und machte mich traurig.

Es erinnerte mich wieder daran, wie aussichtslos die Situation (für mich) war.

Bei einer prophetischen Übung in unserer Gemeinschaft wo sich die Kinder einiger Eltern mit dem Gesicht zur Wand drehten, um für die Erwachsenen hinter ihnen unbekannterweise ein Wort von Gott zu empfangen, sah mich das Mädchen im Geist vor sich, dass ich ein Baby bekommen werde. Ich war zwar sehr überrascht, aber hab dieses Wort nicht mehr wirklich annehmen können. Und trotzdem beschäftigte es mich.

Der Schmerz holte mich nach wie vor in regelmäßigen Abständen ein. Gerade, wenn ich auf alte Bekannte traf, die mich nach Nachwuchs fragten oder meinten mit 39 wäre es ja schon knapp usw. Den Rest gab mir dann ein Klassentreffen meiner Volksschulklasse.

Wieder kam das Kinderthema auf und ich war wohl die einzige anwesende Frau, die noch keine Kinder hatte. Ein paar Bemerkungen hatten gereicht und ich war wieder mitten im Auge des „Schmerz“-Sturmes. Nach einer kurzen Zeit fuhr ich nach Hause, weil mir nicht mehr nach Fröhlichkeit und Ausgelassenheit zumute war.

Als kurz darauf mein Mann im September 2017 für ein paar Tage auf eine kleine Tour mit Gott und einem Freund ging, legte ich Gott das Thema wieder hin.

Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass etwas bei der ganzen Sache nicht stimmte, dass Gott nicht mit sich spielen lässt. Zuerst waren wir als Eheleute unsicher, wollten noch kein Kind, dann war ich zu egoistisch, weil´s gerade beruflich so gut lief und schlussendlich haben wir es uns doch anders überlegt und wollten dann doch noch Kinder. Ich spürte, dass das so nicht richtig war und tat Buße. Ich sagte Gott auch, dass es mir leid tut, wie ich damit umgegangen bin und dass ich mir wirklich ein Kind wünschte.

Es war zu diesem Wochenende wiederum vor oder während der Periode die sich etwas zu verzögern schien. Die Tage vergingen aber ich dachte mir nichts mehr dabei.

Als dann nach einem weiteren Tag die Periode noch immer nicht einsetzte, beschloss ich das erste Mal innerhalb dieser sechs Jahre des Wartens einen Schwangerschaftstest zu kaufen.

Mein Mann war noch bis zum übernächsten Tag unterwegs und ich machte den Test.

Positiv. Ich konnte es eigentlich nicht glauben.

Aber irgendwie wusste ich, dass mein offenes Gespräch mit Gott, meine Umkehr und die Buße etwas verändert hatte. Trotzdem konnte ich es nicht glauben. Ich wollte auf meinen Mann warten und dann mit ihm reden. Wir sind ein gutes eingespieltes Team, auch geistlich und ich hoffte, dass er auch einen Eindruck diesbezüglich bekommen würde.

Als er nach Hause kam, staunte ich nicht schlecht, denn er erzählte mir von einem Erlebnis auf einer Parkbank wo er saß, mitten in der Natur, und er dann Gott fragte, warum wir eigentlich noch keine Kinder haben. Und er fragte Gott auch, an wem es läge. Und Gott antwortete: “Na an mir nicht!“ Daraufhin wurde meinem Mann klar, dass er nie eine bewusste Entscheidung FÜR ein Kind getroffen hatte und holte das in dem Moment nach. Er sagte Gott, dass er sich ein Kind wünsche. Und er wusste daraufhin, dass dem nichts mehr im Wege stand.

Als ich ihm dann von dem Schwangerschaftstest erzählte, meinte er, dass ich sicher schwanger bin. Er hat sich schon so etwas gedacht, als er da auf der Parkbank mit Gott drüber redete.

Und so war es dann auch. Ich war wortwörtlich überwältigt.

Bei der ersten Untersuchung der Frauenärztin, konnte ich es noch immer nicht glauben – aber sie bestätigte die Empfängnis. Bis fast zum siebten Monat tat ich mir schwer zu begreifen, was eigentlich geschehen war. Aber langsam begriff ich, dass das nur Gott hat machen können. Und ich war so dankbar für seine Barmherzigkeit und Vergebung betreffend unserer Selbstsucht und unserem menschlichen Eingreifen in seinen Plan und unsere jahrelange Blindheit dem gegenüber.


Der Name

In einem christlichen Buch las ich, dass man für den Namen eines noch ungeborenen Kindes beten sollte. Nicht nur zur Findungs-Hilfe, nein, auch als prophetische Handlung.

Jedes Mal wenn der Name über dem Kind ausgesprochen oder gerufen wird, wird die prophetische Bedeutung über dem Leben des Kindes festgemacht.

Das hat mir gefallen. Daher beschlossen wir zu beten.

Als ich mich das erste Mal hinsaß um Gott für einen Namen zu bitten, schloss ich meine Augen und in dem Augenblick, ich hatte noch nicht einmal gefragt, kam ein Name in meinen Sinn. Tatjana.

Ich war etwas verwundert, denn diesen Namen hätte ich mir nicht selbst ausgesucht.

Noch dazu wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, ob es ein Mädchen oder ein Junge werden würde.

Eigentlich hatte ich seit Jahren schon einen Mädchennamen ausgesucht der mir sehr gut gefiel, aber es ging ja nicht darum, was mir gefiel oder der Verwandtschaft, sondern was der Ruf auf dem Leben des Kindes sein sollte.

Nur was bedeutete der Name Tatjana? Wofür stand er?

Sofort machte ich mich ans recherchieren und die Ergebnisse waren eindeutig und raubten mir kurz den Atem. Hier, was ich dazu gefunden hatte:

Der Name Tatiana wurde im 3. Jahrhundert bekannt. Tatiana von Rom war eine war eine geweihte Jungfrau und Märtyrin. Sie war die Tochter eines römischen Konsuls.

Weil sie sich zur Zeit der Christenverfolgung zum christlichen Glauben bekannte, wurde der Kaiser auf sie aufmerksam. Als sie mit ihm gemeinsam einen heidnischen Tempel betrat und zu beten begann, zerbrachen die Götzenbilder. Daraufhin wurde sie skalpiert, gefoltert, wilden Löwen zum Fraß und danach ins Feuer geworfen. Doch all das konnte ihr keinen Schaden zufügen. Schließlich ließ der Kaiser sie enthaupten.

In Russland wird sie als Heilige gefeiert, weil sich die schöne und edelmütige Frau für die Armen, Kranken und Notleidenden einsetzte. Dadurch brachte sie Freundlichkeit und Wärme zu den Menschen. Aufgrund dessen findet immer am 25. Jänner ihr zu Ehren in Russland der „Tatiana Tag“ statt.

Ab dem „Tatiana Tag“ zieht sich angeblich der Winter zurück.“

„Die Bedeutung des Namens: „Gottes Gnade“, „die die nicht schweigen kann“, „die Schaffende“, „die Kreative“ oder „die Glaubende“, „Papas Tochter“.

Und genau als ich das las, wusste ich, dass das nur von Gott kommen konnte dieser Name.

Wieder viel mir die Bibelstelle im Hohelied ein und ich erkannte, dass dieser Vers nicht nur für mich galt sondern auch für das neue Leben in mir!


„Der Winter ist vorüber, die Regenzeit ist vorbei und vergangen. Die Blumen beginnen zu blühen, die Zeit des Singens ist gekommen.“

Die Bibel Hohelied 2,11

Ich halte euch am Laufenden…

Alles Liebe, A.

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